Die Ankunft in Tanzania

Master Of The Wind 
Termine 
Tattoos 
Runner's High 
Brother Of Metal 
Concert Reviews 
Music Reviews 
Words Of Wisdom 
Unsere Tiere 
Shire Horse 
Unsere Urlaube 
Kilimanjaro 
US Route 66 
Whisky 

 

Machame Camp   Shira Camp   Barranco Camp   Karanga Valley Camp

Barafu Camp   Uhuru Gipfel - Mweka Camp   Mweka Gate   Meine Tipps

10./11. Januar 2007

Sodele, es sollte endlich losgehen! Früh morgens wurden wir von Matthi abgeholt und zum Stuttgarter Flughafen gefahren. Dank des Eincheckens per Internet war alles sehr entspannt. Dagegen war der Flug nach Amsterdam die absolute Hölle - zumindest was die Landung anging. Es stürmte und regnete und der kleine KLM Cityhopper wurde umhergeschleudert - sogar Tina's Hände wurden feucht!

Der Flughafen in Amsterdam ist sehr schön, witziger Weise mit vielen Blumenständen. Man hätte sich auch ein paar Holzschuhe kaufen können, die allerdings für unseren Urlaub nicht unbedingt von Gebrauch gewesen wären. Wir begnügten uns mit einer kleinen Flasche Jameson, denn ein wärmender Whiskey kann ja schließlich nie schaden.

Nach 8 Stunden Flug, mit wahnsinns Aussichten auf das Flachland, die Alpen und die endlose Sahara landeten wir am Kilimanjaro Flughafen. Ich hatte ja von unserem Reisebüro zwei Zettel erhalten, um das Visum zu beantragen. Tina bemerkte noch, dass alle anderen aber einen grünen Zettel ausgefüllt hatten. Ich sagte, egal, auf unserem steht das gleiche drauf. Na ja, nach dem wir endlich dran kamen stellte ich fest, dass die Bürokratie auch in Tanzania groß geschrieben wird. Wir mußten doch die grünen Zettel ausfüllen und durften uns dann wieder hinten anstellen. Das Witzige war natürlich, dass die Frau am Schalter letztendlich eh nur an unsere 2 x $50 interesssiert war!

Ein netter Taxifahrer vom Hotel fuhr uns über mega-breite Straßen dorthin, die allerdings etwas löchrig waren. So kamen wir um 23.00 Uhr im Hotel an und hatten von Tanzania noch nix gesehen, es war ja dunkel. Und wo war eigentlich der Kili?

Im Zimmer angekommen, mußte ich zunächst die zwei durch ein Nachtischchen getrennte Betten zusammenstellen (es war ja schließlich Urlaub, gelle).

Danach lachten wir über die Duschvorhangkonstruktion - wobei die Dusche sehr gut funktionierte.

Anschließend saßen wir im Vorbereich des Hotels und genoßen ein Ankommensbier bei T-Shirt-Temperaturen. Das Schlafen fiel uns trotz der Aufgeregtheit nicht schwer. So wachten wir erholt auf und waren gespannt auf unseren "freien Tag"!

So gingen wir zum Frühstück und da war er - oh mein Gott, voller Erfurcht standen wir da und bestaunten den Berg, den wir "besteigen" wollten! Übrigens dieses Bild kann man auch unter folgendem Link täglich aktuell anschauen. Die Kamera dazu hing über unseren Frühstückstisch:

http://www.kilicam.com/

So frühstückten wir reichhaltig und lernten dabei Michel kennen. Er war gerade zurückgekommen. Ziemlich fertig, sagte er, das er die Besteigung nicht mal mehr für 10.000 Euro machen würde. Es war wohl sehr anstrengend - eben auch aufgrund des Wetters: Schnee- und Eisregen. Er fragte uns, ob wir Steigeisen dabei hätten, die könnten wir gebrauchen. Oh, ok, aber nein, haben wir nicht. Tina wurde durch sein Erzählen noch aufgeregter. Obwohl er dann auch gesagt hat, dass es ein einzigartiges Erlebnis für ihn war.

Nach dem Frühstück gingen wir ein wenig spazieren. Es kamen uns viele Einheimische entgegen, die ich mit Hello oder Good Morning, begrüßte. Einer erklärte uns dann, dass man sich hier mit den Worten: "Jambo, habari?" begrüßt und als Antwort "Nzuri" von sich geben sollte - solange es einem auch tatsächlich gut geht, versteht sich! Vor lauter Aufregung verpassten wir unseren Travelagent, der uns im Hotel treffen wollte. Er war pünktlich um 10 gekommen, aber auch gleich wieder 3 Minuten später gegangen. Wie auch immer. Er kam zurück und wir besprachen den Rest und lernten unseren Guide "Deusi" kennen. Wir würden nur zu zweit mit einer Crew von 8 Begleitern sein. Die notwendigen Aurüstungsgegenstände hatten wir alle dabei - das freute den Travelagent und uns auch.

Nachmittags fuhren wir dann mit dem Taxi nach Moshi. Wir wollten uns die Stadt mal ansehen und erlebten Gefühle, die ich bis dahin nicht kannte. Wir stiegen aus dem Taxi und waren mitten drin - mitten drin in einem Gewusel von Menschen, Autos, Lkw, Fahrräder und ALLE schauten auf uns. Tina und ich waren erkennbar die einzigen Touristen in der ganzen Stadt. Die Blicke durchbohrten uns und wir wußten nicht was wir tun sollten - so fehl am Platz habe ich mich selten gefühlt - wenn überhaupt schon mal. Nicht falsch verstehen, niemand wollte uns was Böses, aber wir waren in einer total fremden Welt. Ich glaube die Einwohner von Moshi haben es einfach nicht verstanden was zwei Weiße hier wollten! Wir gingen die Straßen auf und ab und kamen aus dem Staunen nicht mehr heraus. Jeder tat irgendwas. Einer schob sein Fahrrad beladen mit Müll an uns vorbei; einer strampelte wiederum auf einem Fahrrad, um seine Schleifmaschine anzukurbeln; ein Lkw fuhr rückwärts auf einen Schubkarren, wonach sich die beiden Besitzer kurz wild gestikulierend unterhielten, bis der Lkw Fahrer einfach weiter fuhr. Plötzlich wollte ein Junge uns einen Spazierstock verkaufen, der beim Herausziehen des Schaftes ein Messer enthielt - ich lehnte dankend ab (nach dem ich mir über verbotene Gegenstände i. S. d. Waffengesetzes kurzzeitig Gedanken gemacht hatte!). Ein anderer wollte uns eine Stadtführung geben - nach dem ich ihm $ 2 in die Hand gedruckt hatte, war das dann auch erledigt! Wir stiegen völlig entnervt in ein Taxi und fuhren auf Umwegen (in Moshi gab es 2 Keys Hotels) nach "Hause". Es gibt von diesem Abenteuer keine Bilder, weil ich mich nicht getraut hatte, das Leben dort zu fotografieren!

An dieser Stelle möchte ich aber gleich vorneweg sagen, dass wir im Laufe unseres Aufenthalts in Tanzania Menschen kennenlernen durften, die trotz völlig anderer Mentalität und trotz ihres Armuts, so hilfsbereit, freundlich, zuvorkommend und einfach glücklich mit ihrem "Dasein" waren. Sie strahlten mit ihrem ständigen Lächeln eine große Zufriedenheit aus. Das war mit das Bewegendste an dieser Reise. Und ich möchte immer versuchen, diese Bilder in mir zu behalten.

Zurück im richtigen Keys Hotel trafen wir Michel noch mal und redeten und tranken unsere letzten Biere (vor dem Aufstieg natürlich!) mit ihm. Aufgeregt, etwas unsicher und erschlagen vom Tag, gingen wir ins Bett und schliefen sofort ein...

 

top