Shire Horse Seminar- Dudelhof

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Endlich war es der 15. Juli.  Ich freute mich seit langem auf das Seminar, denn wir als „Shire-Neulinge“ (wir haben Clyde erst seit Dezember) wollten ja noch so viel über die Großen lernen.

Es hatte mit dem von uns bestellten guten Wetter geklappt und so konnten wir die ganze Zeit im Freien verbringen. Als Treffpunkt war 10 Uhr vereinbart. Am Grillplatz waren die Tische schon für das Frühstück gedeckt.  Wir sind mit reichlich Kuchen, Brezeln, Himbeerhörnchen und vielen anderen Leckereien verwöhnt worden. So nach und nach kamen die Seminar Teilnehmer an. Einen großen Teil kannten wir bereits persönlich, einige kannten wir nur vom „Lesen“ aus dem Shire Horse Forum und auch völlig neue Gesichter waren dabei.

Als der größte Teil der Seminar Teilnehmer da waren, lernte man sich beim Frühstück etwas näher kennen. Es waren Teilnehmer aus ganz Deutschland und sogar ein Gast aus Luxemburg da.

Karin begrüßte anschließend alle und los ging es. Sie erklärte uns Sinn und Zweck des Einflecht Schmuckes. Sie zeigte uns ihre „Zauberkiste“, welche sie für eine Show immer dabei hat. Beim Anblick der vielen Fähnchen und Bastschnüre war mir schon ganz komisch zumute. Wie sollte das um alles in der Welt in eine Mähne???

Nach einer kurzen theoretischen Einweisung ging es an die Praxis. Zuerst zeigten Karin und Ben Arnold an Artos einmal komplett, wie ein Pferd für eine Show vorbereitet wird.  Noch waren den meisten die englischen Fachausdrücke fremd und so lernten wir Schritt und Schritt die feinzelnen Vorbereitungen ür die Zuchtschau.

Karin  „präparierte“ zuerst die Behänge von Artos. Waschen, Trocknen, Pudernusw.

Am meisten lachten wir bei ihren Erklärungen, wie man kleinereSchönheitsfehler (die ja bei keinem Pferd ausbleiben), kaschieren kann. Es war zumindest für die Zuchtschau Unerfahrenen spannend, was für Tipps und Tricks es gibt.

Anschließend wurden  Mähne  und Schweif eingeflochten und zu guter Letzt das Hengstgeschirr angelegt. Unglaublich. Aus Artos, der soeben noch gemütlich in seiner Box stand, war ein strahlender Show Hengst geworden. Es sah spitze aus.

Nun sollten wir unser Geschick beim Einflechten zeigen. Man merkte eine deutliche Stimmungsschwankung. Die Männer zogen sich zum größten Teil plötzlich zurück, bei vielen war Unsicherheit in den Gesichtern zu sehen.

Beim Tinker Spike und dem Clydesdale Flame sollte zuerst eingeflochten werden. Die ersten Mutigen wagten sich an die Mähnen. Ben und Karin zeigten alles geduldig nochmals Schritt für Schritt. Ich fing an mit Melanie den Schweif von Spike einzuflechten. Zum Glück hat Spike einen schönen Schweif und wir schafften es nach einigen Malen nachfragen, ein meiner Meinung nach ganz gutes Ergebnis zu erzielen ;)

Jeder durfte mal ran an die Pferde. Die Fragezeichen verschwanden so langsam aus den Gesichtern und die meisten waren motiviert und mit viel Spaß bei der Sache. Es ist ja noch kein Meister vom Himmel gefallen. Zumindest versuchte ich mir das einzureden... Als ich mich  an der Mähne von  Melanies und Bernies Pferd Moritz versuchte, brach für mich eine Welt zusammen. Ich fühlte mich elend, da ich mir einfach nicht merken konnte, wie dieses Bändergewurschtel und die Fähnchen in die verflixte Mähne eingeflochten werden. Ben zeigte sich mehr als geduldig, nach einiger Zeit gab ich dann lachend auf.

Es gab eine kurze Pause. Es wurden Fotos der eigenen Pferde gezeigt und Ben Arnold wurde mit Tierarztfragen bombardiert. Ein Tierarzt, welcher sich mit Shire auskennt,  ist wirklich Gold wert.

Frisch gestärkt ging es an Teil 2 des Tages. Wir sollten lernen, auf was ein Zuchtrichter im Ring achtet und wie wir unser Pferd vorführen müssen.

Spike und Moritz wurden das Show Halfter angelegt. Ben und Karin zeigten uns zuerst, wie vorgeführt wird. Wir sollten aus Sicht eines Richters die Pferde anschauen. Es sah alles ziemlich einfach aus.

Aberkaum mussten wir selber ran, sah die Welt mal wieder anders aus. Die Aufregung kam dazu und prompt vergaß man das eine oder andere.

Unter großem Gelächter führte sich Spike ziemlich wild auf. Ich glaube er konnte die Welt nicht verstehen, warum er nicht im Ring wild galoppieren durfte hihi...

Wir waren anschließend erledigt. So viele neue Eindrücke, so ein schöner Tag. Alle Pferde wurden auf die Koppel entlassen. Gemeinsam wurde ausgemistet und schon fuhr das Auto des Pizza Service vor. Wir stärkten uns und gingen langsam zu den wohl verdienten Erfrischungsgetränken über. Einige fuhren schon an diesem Tag nach Hause, andere (z.B. Helen und Marco) kamen wenigstens noch am Abend auf Besuch.  Noch lange saßen wir an diesem Abend gemeinsam am Lagerfeuer und fachsimpelten über den Tag und das Shire Horse...

Am nächsten Morgen sollten sich alle um 09.00 Uhr zum Frühstück treffen. Ein Blick in die Runde sagte eindeutig, dass es ein schöner feucht-fröhlicher Abend gewesen war ;)

Wir benötigten viel Kaffee. Dann ging es wieder an’s Einflechten. Jeder sollte nochmals das gestern gelernte auffrischen. Ich verzweifelte ein wenig am Schweif von Flame, der nicht so einfach war. Ständig standen Haare ab und ich schaffte es kaum, den Schweif anständig hochzubinden. Aber da wir eine nette Truppe waren,  war man nie alleine. Jeder half dem anderen so gut es ging. Karin zeigte uns noch an Sophie wie eine besonders lange Mähne schön eingeflochten werden kann. In der Zwischenzeit flirtete das Fohlen Ashley mit allen und sorgte mit manchen Bocksprüngen für so manches erschrockenes Gesicht.

So langsam kam in mir das Gefühl auf, dass ich unser Pferd auch gerne auf der Zuchtschau vorgestellt hätte. Jetzt wo man doch ein wenig einflechten gelernt hatte hihi... Aber wir möchten uns Darmstadt erst dieses Jahr einmal anschauen. Wir werden lieber Karin helfen und dann vielleicht  nächstes Jahr mit dem eigenen Pferd kommen.

Am Sonntagmittag stand Ben wieder für alle Fragen zur Verfügung. Wir saßen in der gemütlichen Runde, es gab Nudelsalat und  alle Reste vom Vortag. Wir schauten alte Bilder von Karin an und schrieben uns fleißig alles auf was uns so interessierte. So gab es Ratschläge wo man z.B. Weißöl bestellen kann, wie man Milben bekämpft, wo man Einflechtschmuck und Soft Soap bestellen kann usw.

Dann begann nach und nach die Abfahrt. Ein schönes Wochenende ging dem Ende zu. Wir blieben noch einige Zeit, da uns der Abschied vom Dudelhof und unseren Freunden immer besonders schwer fällt.

Ein  Wiedersehen mit den Seminar Teilnehmern steht  ja bevor. Wir fahren schließlich alle motiviert zur Zuchtschau.

Tschüßund bis Darmstadt im September! Ich freu mich schon drauf...

Eure Tina