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Die Vorgeschichte
Eines Tages kam Udo
und erzählte mir vom Stadtlauf Heidenheim. Er würde dort den Halbmarathon
laufen, da es ja seine Heimatstadt ist. Außerdem wollte er für das dortige
Sportstudio Paul's mitlaufen, welches einem Kollegen von uns gehört.
Nach einigen
Überlegungen merkte ich, dass auch ich ein neues Laufziel brauchte. Nur Essen
und Bier trinken geht eben auch nicht. So erklärte ich Udo und meinen
Kollegen bei einem Besuch in der Besenwirtschaft ganz offiziell, dass ich mich
ebenfalls anmelden und für das Sportstudio Paul's laufen würde.
Durch den sehr
langen Winter und ständiges Sauwetter war das anfängliche Training keine
Freude. Außerdem hatte ich große Probleme das Lauftraining zeitlich auf die
Reihe zu bekommen, denn Arbeit, Pferd und Reisen standen ja auch noch auf dem
Programm meines Lebens.
So quälte ich mich
so dahin, motzte viel und fand keinen richtigen Anfang. Irgendwie war ich
unzufrieden und bereute den Entschluss.
Das ging so
bis April/Mai. Das Wetter wurde langsam besser und Udo unterstütze mich.
Er selbst trainierte auf einen Extrem Marathon und hatte deshalb viel
Verständnis, dass ich jetzt auch viel Zeit zum Laufen benötigte. Und plötzlich
platzte der Knoten. Ich bekam Kraft, fühlte mich motiviert und stark. Ich
beschloss dann Anfang Mai einen längeren Lauf zu wagen. Bei schönstem Wetter
konnte ich plötzlich locker 1:40 Stunde laufen. Ich war im Glück.
Kurz vor
Udo's Extrem Lauf entschlossen wir uns spontan dazu gemeinsam auf den
Baiselsberg zu laufen. Das ist eine 16 Kilometerlange Strecke bis zum höchsten Punkt
unserer Region. Das bedeutete auch vier Kilometer bergauf zu laufen....
Ich
muss sagen, dieser Lauf war der beste meines Lebens. Ich konnte von Anfang
an mit voller Kraft laufen. Ich schaffte es den Berg hinauf und ich konnte
nicht anders als nur zu strahlen vor Glück. Die Beine liefen und liefen und
liefen wie von alleine. Endlich konnte ich wieder etwas leisten und ich fühlte,
wie stolz Udo auf mich war.
Aus diesem
Laufrausch wurde ich urplötzlich herausgerissen. Es kam eine
Zwangspause. Vier Wochen vor dem Lauf zog ich mir eine Gehirnerschütterung
zu. Ich konnte knapp zwei Wochen überhaupt keinen Sport machen. Mit Kopfweh
zwang ich mich anschließend weiter zu trainieren. Und gerade als ich mich
besser fühlte, schaffte ich im Training einen Halbmarathon langsam zu laufen,
was dann aber wohl doch zuviel war. Einen Tag später kam eine üble Erkältung.
Und wieder konnte ich keinen Sport machen. Eigentlich konnte ich vor dem
Wettkampf nur noch zwei Mal kurz laufen und das war es dann. Ich war geknickt
und kraftlos.
Ich zweifelte nun
stark, ob ich den Lauf durchstehen würde. Und noch immer stand ja mein
Traumziel aus, einen Halbmarathon unter zwei Stunden zu laufen... Aber das war
noch in ganz weiter Ferne.
Der Lauf
Wir starteten vom
Dudelhof aus. Karin hatte uns bereits am Samstag komplett verwöhnt und war auch
am Sonntagmorgen extra aufgestanden um mir Frühstück zu machen und mich zu
verabschieden.
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Ich hatte am Abend
zuvor zu viel gegessen, wir waren zu spät ins Bett gegangen und ich war
furchtbar aufgeregt. So fuhren Udo und ich am Sonntagmorgen zum Rathaus
nach Heidenheim, um meine Startunterlagen abzuholen. Udo's Bein war dick und
blau. Ich fühlte, wie gerne er gelaufen wäre, aber es war absolut unmöglich für
ihn an Sport zu denken... So dachte ich, dass ich jetzt diesen Lauf für ihn
laufen möchte. Ich hatte die Fahne für uns hochzuhalten...
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Das Wetter war
perfekt. Es war recht frisch, die Strecke war eben, die Stimmung am Start gut.
Es fiel der Startschuss pünktlich um neun Uhr am Morgen. Los ging es. Zum Glück
hatte ich Udo's GPS Uhr dabei. Ich bemerkte schnell, dass ich viel zu schnell
gestartet war. Ich wollte meinen Gesamtschnitt immer unter 5:40 Minuten halten. Aber
anfänglich war ich deutlich schneller. So bekam ich natürlich auch sofort
Seitenstechen. Nach kurzer Zeit war die Freude über die ebene Strecke dahin.
Wir hatten ordentlich Gegenwind, der mich von Anfang an viel Kraft kostete. Trotzdem
konnte ich bis Kilometer 17 meinen Wunschgesamtschnitt halten. Es war genial,
denn Udo, Hemme, Elke und deren Kids standen an der Strecke und feuerten mich
an. Ich sah sie mehrfach und es motivierte mich so sehr! Einfach geil gute
Freunde und den besten Ehemann der Welt zu haben :)
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Insgeheim flammte
in mir der Gedanke auf, dass ich vielleicht mein Traumziel trotz fehlendem
Training schaffen könnte. Vielleicht war heute DER Tag? Und dann kam es alles
anders. Nach Kilometer 17 schien bei mir jemand den Akku Stecker gezogen zu
haben. Ich hatte keine Kraft mehr, verfluchte den Wind und wurde immer
langsamer...
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Kilometer 18. Ich wusste
nicht, wie ich noch drei Weitere laufen sollte. Ich schleppte mich aber weiter.
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Kilometer 19. Ich wusste
das Ziel wird kommen. Aber ich zweifelte trotzdem wie ich es nur schaffen sollte.
Kilometer 20. Ich
war der Meinung, viel zu langsam zu sein. Der Rekord war dahin. Ich war aber
irgendwie nicht mehr in der Lage zu realisieren, welche Zeit ich gerade lief.
Das war ein Fehler. Da ich so schwach war, traute ich mich einfach nicht noch
einmal Gas zu geben. Für was auch? Ich würde ja eh zu spät im Ziel sein.
Plötzlich sah ich
die Zielgerade. Ich war stolz durchgehalten zu haben. Ich war für Udo, unsere
Freunde und das Sportstudio Paul's wenigsten bis ins Ziel gelaufen.
Ich konnte sogar
noch einen Spurt hinlegen.
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Erst war ich
glücklich, dann wurde mir bewusst, dass ich mein Ziel viel knapper verpasst
hatte, als ich dachte. Ich war 2:01:29 gelaufen. Sollte ich nun glücklich oder
traurig sein? Ich weiß es bis jetzt nicht. Ich weiß nur, dass mir Udo,
Karin, Hemme, Elke und die Kids ein tolles Wochenende bereitet haben.
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Und wenn der
Muskelkater weg ist, werde ich weiter trainieren, um irgendwann meinen Rekord
aufzustellen. Leute, ich komme wieder :)))
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