Karanga Valley Camp 3950 m

Master Of The Wind 
Termine 
Tattoos 
Runner's High 
Brother Of Metal 
Concert Reviews 
Music Reviews 
Words Of Wisdom 
Unsere Tiere 
Shire Horse 
Unsere Urlaube 
Kilimanjaro 
US Route 66 
Whisky 

 

Ankunft   1. Tag   2. Tag   3. Tag   4. Tag   5. Tag   6. Tag   7. Tag   Tipps

15. Januar 2007

Gehzeit 3:15 Stunden / Höhenmeter 3965 - 4200 - 3950 m / Temperatur morgens 0 Grad, vormittags 20 Grad, nachmittags 9 Grad  / Kein Regen, 6 Stunden Nebel

Heute sollte der Tag des Abschiedes sein. Unsere englischen Freunde hatten ja die Tour für 6 Tage gebucht. Sie würden unsere nächsten 2 Tages-Abschnitte in einem absolvieren. Hut ab - ich war froh, dass wir es nicht ganz so eilig hatten.

Um 6 voller Energie aufgewacht - ohne jegliche Spur von Höhenkrankheit. Die Sonne schien, wir waren über den Wolken und es wurde allmählich warm. Moshi lag zu unseren Füßen, bedeckt mit einer Wolkendecke - vermutlich darunter noch schlafend!

Und der Kili war da - der Berg, der sich gestern Abend nicht zu zeigen gewagt hatte. Näher, immer näher. Bei dessen Anblick stieg in mir eine innere Freude auf. Einfach weil ich hier sein durfte. Weil mir auch bewußt wurde, dass ich diese Reise niemals vergessen würde - egal wie hoch wir kommen würden. Zu Beginn wollte ich unbedingt auf den Gipfel, aber nun wußte ich, dass der Weg das Ziel war. Den Weg, den ich Seite an Seite mit meiner Tina gehen durfte. Mit all seinen Unanehmlichkeiten, ließen wir uns die gute Laune nicht nehmen und konnten füreinander da sein.

Und so ging's um 08.45 Uhr (irgendwie haben wir das jeden Tag hingekriegt!) steil hinauf. Die Barranco Wall (Breakfast Wall) musste überwunden werden und genau dieser Abschnitt fällt meiner Meinung nach nicht mehr unter "Bergwanderung"!

Es ging gute 300 m senkrecht hoch. Teilweise auf allen Vieren, mit einem Überhang, an den ich mich nur allzu gut erinnere. Deshalb, weil ich Schiß hatte. Mein Rucksack wollte irgendwie ins Tal zurück, aber ich konnte das verhindern - was auch gut war, den ich hatte ihn ja auf dem Rücken. Während dessen ging Tina wie eine Gemse voraus...

Und so errecihten wir den Overview. Wir machten eine kurze Pause und aßen Müsliriegel - heute gab es ja kein Lunchpaket. Es ging allen sehr gut und so wanderten wir nun weiter durch die Wolken, die uns erreicht hatten. Ich redete viel mit Baz über dies und das (reimt sich, gelle).

Wir kamen in Karanga Valley an und nahmen das "Last Supper" mit Baz und Martin ein. Wie gesagt, ich war froh noch einen Tag Pause zu haben. Die beiden waren aber schon seelisch auf den Aufstieg, den sie heute Nacht beginnen würden, eingestellt und wollten los. Wir würden sie ja morgenfrüh noch mal sehen, als wir in Barafu ankommen würden und sie ihren Abstieg hinter sich hätten.

    

Und so ließen sie uns zurück - wo würde ihr Weg enden?

Irmela, Tina & Marco

Wir taten den ganzen Nachmittag nichts, außer uns mit Irmela und Marco aus Vancouver, Canada, den wir kennenlernten, zu unterhalten. Er war zum zweiten mal hier. Vor 10 Jahren wollte er schon mal den Kili besteigen - damals mit seiner 10-jährigen Tochter. Sie mussten jedoch auf ca. 5400 m wieder umdrehen, da es ihr schlecht ging. Und nun war er wieder mit seiner inzwischen 20-jährigen Tochter hier, um es noch einmal zu versuchen. Er hatte ihr damals dieses Versprechen gegeben.

Der Nebel umhüllte den Berg und wir sahen ihn nicht. Dann, als wir uns nach dem Abendessen die Füße vertreten wollten - es wurde schon dunkel - kam er ganz kurz zum Vorschein und sagte uns Gute Nacht. Ein schnelles Bild und weg war er wieder...

So konnten wir glücklich einschlafen - und die Nacht war wie sie immer war, nur ein bißchen kälter!

 

top