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12. Januar 2007
Gehzeit 4:30 Stunden / Höhenmeter 1800 - 2990 m / Temperatur 25 Grad / 3 Stunden Regen
Tag X (der Erste von viele) war endlich da. Es wurde nun losgehen - hoch hinauf oder auch nicht (ganz so hoch)...
Da Tina und ich keine Bergsteiger sind und das Campen hassen, wird dieser Bericht eben aus meiner Sicht geschrieben (viele Bergsteiger werden über unsere Probleme lachen und mancher Camper wird nicht verstehen, warum ich eigentlich lieber in einem schönen warmen Motelbett schlafe, als in einem kalten Schlafsack, der sich in einem feucht-nassen teilweise
gefrorenen Zelt befindet!).
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Michel, ich & unser komplettes Gepäck für die Besteigung
Die Verabschiedung von Michel war kurz und schmerzlos. Er wünschte uns viel Glück und wir ihm viel Freude beim Wiedersehen mit seiner Frau, die auf ihn am Strand von Mombasa wartete!
Nachdem er bereits abgeholt wurde, wurden wir ebenso pünktlich um 09.00 Uhr African Time (09.45 Uhr European Time) vom Hotel abgeholt. Wir sammelten zunächst die Crew auf und da stieß dann überraschender Weise auch ein weiterer Mitreisender zu uns. Martin aus England. Er war 32 Jahre alt, Programmierer und arbeitete immer nur solange bis er genug Kohle für eine Weltreise beisammen
hatte. Auch nicht schlecht - dachten wir. Er war schon im Himalaya, Kambodscha, Neuseeland und und und. Er hatte so gut wie kein Gepäck dabei, was uns etwas wunderte. Zu dem wollte er die Tour in 6 Tagen gehen und nicht in 7 wie wir - ein Rätsel?
Später sammelten wir dann doch noch Baz auf - auch ein Engländer aus dem mittlerweile weltbekannten Örtchen Ipswich... Auch er, ein Weltenbummler, der sogar seine deutsche Freundin auf einem Tripp in Südafrika kennen gelernt hatte. Baz, der eigentlich Barrie heißt, war 34 Jahre alt, und wohnt seit kurzem immer wieder längere Zeit bei seiner Freundin in Nürnberg, um zu studieren.
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Machame Gate
Nach dem Einkaufen von diversen Nahrungsmittel auf dem Weg (Fleisch beim "Freiluftmetzger"...), kamen wir dann zum Machame Gate. Wir mussten uns dort wie an jedem Camp einschreiben und gingen dann irgendwann los. Zuvor hatten wir ein Lunchpaket erhalten, liebevoll zubereitet mit allem was man braucht, aber nicht unbedingt was ich kannte.
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So gingen wir durch den Bergdschungel und lernten einander ein wenig kennen. Es war ein sehr gemütlicher Auftakt. Das langsame Gehen, fiel mir besonders schwer, aber der Guide gab uns immer wieder zu verstehen: "Pole, pole!" - langsam, langsam.
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Wunderschöne Bilder, alles entspannt, bis es anfing zu regnen. Ganz leicht, so dass wir nur unsere Ponchos anzogen. Das war fatal, wie wir kurze Zeit später feststellen durften. Es goß aus Eimern und dadurch war es einfach zu spät unsere Regenhosen anzuziehen. Irgendwann lief uns das Wasser in unsere wasserdichten Wanderschuhe oben rein - so eine K*cke. Das liebevoll zubereitete Lunchpaket
wurde im Stehen eingenommen und ich kann euch sagen, das darin enthaltene brot-ähnliche Gebäck, war alles andere, als staubtrocken!
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Unseren englischen Freunden erging es etwas schlechter als uns, denn die hatten ja nicht mal Jacken in ihrem Daypack dabei. Sie waren klatsch nass. Die Kamera und die Geldbörse von Baz hatte ich irgendwann bei mir im Trockenen verstaut.
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Martin & Baz
Aber nach dem Erreichen des Machame Camps war die Stimmung immer noch prächtig - es hatte ja schließlich aufgehört zu regnen. Ich dachte noch, na ja, das ist ja im Dschungel normal und machte mir keine weiteren Gedanken. Das Camp selber war aufgeteilt, so dass man ziemlich für sich und seine Gruppe sein konnte - es war sauber.
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Tina strahlte, die Wanderschuhe waren seuchnass und das Beste folgte noch. Der Seesack in dem unsere Ersatzkleider waren, hatte einene kleinen Mangel - natürlich nur wenn man ihn verkehrt rum trug. Das ganze Regenwasser lief an den Seiten vorbei direkt zu den Nähten des Reisverschlusses - Oberk*cke - Alles Nass.
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Beim Anblick unsres Zeltes dachte ich - woa, echt ein wenig sparsam geschnitten, aber kein Problem es wird geil, ganz bestimmt. So verstreuten wir unsere Klamotten auf die umliegende Bäume, denn die Sonne war ja wieder da!
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Die Crew machte uns Tee und frisches Popcorn und alles war irgendwie wieder cool!
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Wir aßen Spaghettibolognese in unserem Dining-Room-Zelt und plötzlich schrie Tina auf. Was ist denn? Weiß nich'? Doch dann wußten wir es alle, denn es war nicht zu übersehen, die Hälfte eines Zahns war herausgebrochen - Tina war fertig - das auch noch!
Und dann ging die Sonne unter. Wir aßen fertig und mussten eine weitere Lektion hinnehmen. Nach dem die Sonne weg war, setzte sofort der Tau ein und ALLES war wieder genauso nass wie nach der Ankunft im Regen...
Tina und ich verabschiedeten uns und wir gingen ins Zelt. Ich glaubte daran, dass es eh ab morgen nicht mehr regnen würde, wir waren ja schließlich aus dem Dschungel bereits draußen. Tina war völlig entnervt, noch unsicherer und überhaupt. Tina schlief ein - bei mir dauerte es. Nachts dann raus aus dem Zelt, weil wir soviel getrunken hatten - so ein Stress! Aber der Himmel war ein von
uns noch nie gesehenes Ereignis. So viele Sterne konnte es doch gar nicht geben - Sternschnuppen am laufenden Band - man war das geil! Danach hatte Tina trotzdem zu ihren Kopfschmerzen, noch Albträume hinzu. Ich atmete etwas schwer und gegen Morgen begann ich zu frieren. In der ersten Nacht noch ohne alles im Schlafsack und mit der kurzeren Iso-Matte ausgerüstet, war es mir kalt. Es sollte leider nicht meine letzte kalte Nacht werden...
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