Mein Marathon in Basel

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Der Entschluss

Am Sonntag, 29.07.2007, hörte ich um 01.00 Uhr mal wieder das Rauchen auf nach dem ich seit meinem Halbmarathon in Stuttgart am 24. Juni, 2007, gequalmt hatte wie ein Schlot. Mit Sport war ja sowieso nicht viel drin, da ich es vorzog mit einem Salto kopfüber von meinem geliebten Pferd, Clyde, der mal gar nix dafür konnte, abzusteigen. Drei Beulen am Kopf und 'ne kleine Gehirnerschütterung dazu - irgendwie war mir ab und zu ein bißchen schwindelig...

Na ja, im Laufe des Julis wurde ich immer unzufriedener. Kein Sport, dafür aber Party-Non-Stop! Es fehlte ein Ziel - ein sportliches Ziel, um meinen Arsch wieder hoch zu bekommen. Nach dem mir die 21 km mittlerweile nicht sonderlich viel ausmachen (meistens!) und ich schon an 3 Wettkämpfen (Endzeit immer zwischen 1:37 - 1:38 Stunden - egal wie ich trainierte!) teilgenommen hatte, wollte ich mal wieder mehr - wollte ich das wirklich? Nach langer und intensiver Überlegung war die Antwort: JA! Also, musste ein Marathon her. Obwohl ich mir geschworen hatte nie wieder einen zu laufen, wollte ich es noch mal wissen. Diesmal könnte ich ja vielleicht mal bei "normalen" Temperaturen meine langen Läufe absolvieren und nicht immer bei 0° C Grad wie bei meinem 1. Marathon in Salzburg. Ich wollte es einfach noch mal versuchen...

Ich stand am Sonntag, 29.07.2007 spätmorgens auf und suchte was Passendes im Internet. Gar nicht so einfach - ich wollte ja gleich los trainieren und trotzdem genügend Zeit haben um mich einigermaßen gut vorzubereiten! In Deutschland waren sie alle einfach zu früh. Und dann - was sah ich da - Basel - geil, weil wir dort (wie auch in Salzburg) Freunde haben. Coole Sache, also los - nein halt - noch nicht! Ein Test musste ich bestehen sonst wäre mein Vertrauen in mich gleich null gewesen. So bin ich einfach mal los gelaufen. Ich musste die 21 km schaffen - am Besten unter 2 Stunden. Ich fühlte mich erstaunlich gut und war tatsächlich zum größten Erstaunen meiner geliebten Frau, Tina, nach 1:58:46 wieder zu Hause! Yippie! Man, habe ich mich gefreut - es konnte losgehen. Deshalb habe ich mich völlig verschwitzt wie ich war, gleich angemeldet!

Und nun begann...

Mein Training für Basel

Nun sitze ich hier - immer noch verschwitzt von meinem letzten Trainingslauf über 10 km und denke mir: "Mensch, die 3 Monate sind ja vergangen wie im Flug!". Am Samstag ist es tatsächlich zum 2. Mal soweit - sooo weit. Mein Training verlief ganz gut. Ob es ausreichend war, wird sich zeigen. Ich hatte nur einmal Anfang September ein wenig Probleme mit den Beinen. Fühlt sich aber jetzt alles ok an. Das Einzige was mir ein wenig Sorgen bereitet, ist mein Gewicht. Da ich immer noch nicht rauche und auch für das Training die Kohlenhydrate sehr wohl gebraucht habe, wiege ich derzeit 90 kg - 4 kg mehr als beim Marathon in Salzburg. Aber wir werden sehen - ich hoffe nur, dass es nicht regnet...

Der Marathon

Nach einer körperlich anstrengenden Woche mit wenig Schlaf, da wir geilen Besuch aus Holland da hatten, waren wir am Freitagabend in Basel bei unseren Freundinnen Regi und Tatjana angekommen. Nach einem leckeren Essen musste ich den Abend auch schon beenden - ich brauchte Schlaf und Tina begleitete mich. Am nächsten Morgen hatten wir zu viert gemütliches Frühstück bevor Tina und ich noch in der Dunkelheit zum Stadion per Tram aufbrachen.

Dort angekommen stellten wir fest, dass eigentlich keine Sau da war und auch nicht allzu viele kommen würden - ca. 250 Teilnehmer - oh je, wieder mal ein einsamer Lauf...

Wie auch immer - Tina war bei mir und das zählte!

Noch müde und mit einer Portion Ungewissheit, aber frohen Mutes, ging's dann los! Es waren 4 Runden zu laufen...

Ich dachte mir, komm häng dich an die 3:45 h Schrittmacherin Andrea (Oranges Trikot - wie ich) und guck mal was geht. Ich wollte einfach ankommen ohne zu sterben und vielleicht meine Zeit vom 1. Mal unterbieten.

So liefen wir in der Gruppe und es war echt wunderschön - zwar so gut wie keine Zuschauer unterwegs, aber die Landschaft war echt entspannend und das Tempo perfekt.

In der 2. Runde war Tina unterwegs und ich winkte ihr und wurde sofort schneller - als ich dann den anderen vom sog. "Ehefrauen-Adrenalin" erzählte, lachten wir gemeinsam - es war einfach eine sehr lockere Atmosphäre.

Nach 21,1 km waren 1:50:44 vergangen - super!

Am Ende der dritten Runde musste ich die Gruppe passieren lassen - ich konnte das Tempo nicht mehr halten...

In der 4. Runde übergab ich meinen Fressgürtel an Tina, die mittlerweile ziemlich durchgefroren mich voller Liebe anfeuerte - sie war einfach immer da! Das Rennen war bis dahin eine echt lockere Geschichte. Das Wetter so um die 13 Grad, kein Regen, kein Wind - perfekt.

Nun lief ich alleine für mich und die Beine begannen zu krampfen - nicht schlimm, aber ich musste langsamer laufen und war froh als ich bei Kilometer 35 angekommen war. Nur noch 7 km - cool. Es war total anders als in Salzburg. Ich konnte durchlaufen bis zum Schluss. Ich hatte, obwohl ich an jeder Verpflegungsstelle was getrunken habe, trotzdem immer wieder dermaßen Durst.

Es ist beim Marathon wirklich anders als bei kürzeren Läufen - du meinst dein Körper packt es locker und von der Kondition ist es auch kein Problem, aber die Beine machen einfach nicht mit...

Und dann kam das Stadion ich schaute kurz auf die Uhr und dachte mir wenn ich noch mal Vollgas gebe, schaffe ich es in einer Zeit von 3:50:nochwas. Also konnte ich tatsächlich lossprinten und kam dann nach einer Zeit von...

 

3:50:52 Stunden ins Ziel. Tina erwartete mich dort - diesmal hatte sie die Tränen der Freude in ihren Augen - so schön sie an meiner Seite zu haben! Und sooo geil - ich war 5 Minuten schneller als in Salzburg gelaufen und ich war durchgelaufen und ich war nicht tot - zumindest nicht ganz...

...das Treppenlaufen nach dem Duschen war die Hölle!

Wir sind dann nach Hause gefahren und haben uns "Raclette For Two" gegönnt. Nach ein paar Biers, habe ich noch eine Flasche Met getrunken - ich brauchte ja wieder Kraft...

Dieser Marathon war wirklich ein sehr schönes Erlebnis und mit dem Ergebnis bin ich auch sehr zufrieden. Meine Beine schmerzen zwar wie die Hölle und ich bin etwas müde, aber eins ist sicher - ICH WERDE ES WIEDER TUN!

 

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