Mein Marathon in Cork

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Die Entscheidung

Die Entscheidung für Cork fiel im November nach dem ich eigentlich in Regensburg im Mai laufen wollte. Karin hatte aber nun ihre Hochzeit genau an diesem Wochenende geplant - also musste umdisponiert werden - was egal war. Was heißt hier egal?

Nicht egal - sondern genial. Der Marathon in Cork kam wie gerufen. Konnten wir nun mehrere schöne Dinge miteinander verbinden. Ich konnte mal wieder einen Marathon im Ausland laufen (auch noch auf der grünen Insel - der Heimat vom Irish Stout!), Tina und ich konnten endlich mal wieder (nach dem Lauf) in einen langersehnten Urlaub starten (wollten wir doch schon lange nach Irland) und wir konnten Xoan und vermutlich noch einige andere Warriors Of The World besuchen. wie geil ist denn das.

Ich freue mich auch ganz besonders auf den Lauf, denn er ist im Gegensatz zu meinen beiden Letzten flach. Ich fühle mich derzeit super gut und anders als die anderen Male habe ich meine Kondition vom Bad Arolser Waldmarathon erhalten können.

Diesmal will ich meinen Rekord brechen und zwar richtig. Ich will die 3:30 anpeilen - unglaublich für mich selbst, aber der Versuch ist es wert. Was dabei rauskommt werden wir ja am 01. Juni, 2009 sehen. Wer nicht wagt - hat schon verloren...

Mein Training wird auf 3:30 ausgelegt sein - ich werde zwar keine Intervalle laufen, dafür aber Läufe im anaerobischem Schwellentempo absolvieren.

Die Ersten 30 Tage Training

Die ersten 30 Tage sind nun vorbei und ich bin echt nicht zufrieden - viel zu wenig gelaufen. Klar, habe ich einige schnellere Läufe gemacht, werden die aber von viel Nutzem sein? Man, ich bin echt etwas geknickt, aber irgendwie habe ich es nicht besser hinbekommen. Meinen Beinen geht es dafür echt klasse. Und was soll's - der Anfang von den zweiten 30 Tagen ist klasse - 21,1 km in 1:45:05...

Die Zweiten 30 Tage Training

So, nun sind auch die zweiten 30 Tage vorbei. Ich habe mein Trainingspensum erhöhen können aber trotzdem denke ich, dass ich immer noch nicht genug gelaufen bin - andere Dinge des alltäglichen Lebens machen manchmal einen Strich durch die Rechnung. Witziger Weise habe ich aber trotzdem ein paar Highlights erleben können. So bin ich die 30 km schneller gelaufen als das 1. Mal und konnte sogar die letzten 3 davon in einem Schnitt von 4:50 Minuten laufen. Und erst vor wenigen Tagen bin ich 1 km in 3:23 Minuten gelaufen. Wie auch immer - ich bin gespannt. Die letzten 30 Tage begannen dafür perfekt. Ich habe an einem Wettkampf - den Kirbachtallauf - über 22,2 km mit einenm Höhenmeterunterschied von 577 m teilgenommen und konnte mein Tempo unter 5 Minuten halten (4:54 Minuten).

Das war richtig gut und lässt mich hoffen, denn der Marathon in Cork ist ja bekanntlicher Weise flach!

Die Letzten 30 Tage Training

Es ist geschafft! Ich habe zwei wichtige "Über 30er" Läufe machen können und das innerhalb von 4 Tagen. Ich fühle mich gut - die Beine sind fit und morgen fliegen wir nach Irland, weshalb meine Stimmung top ist. Alles andere werden wir am Montag sehen - sogar das Wetter ist gut vorher gesagt...

Mein Training für Cork

Der Marathon

Nach dem wir bereits am Samstag in Irland angekommen waren - dazu gibt's allerdings hier mehr http://www.master-of-the-wind.de/Irland2009.html -  begann der Tag des Marathons traumhaft. Ich war soweit ausgeschlafen und fühlte mich fit. Ich hatte ja auch am Tag zuvor "Guinness for Strength" brav zu mir genommen. Sophia versorgte mich mit einem grandiosen Läuferfrühstück, welches aus Putenwurst und Kaffee bestand.

Anschließend gingen wir, nämlich Tina, Xoán und ich zum Start - er wohnt ja nur 3 Minuten entfernt - so dass alles eine wirklich völlig entspannte Geschichte war. Dort trafen wir Kostas, der extra früh aufgestanden war um dabei zu sein. Echt klasse wenn man solche Freunde hat! Ich machte mich anschließend ein wenig warm und dann ging es auch schon los.

Mein Ziel stand ja fest, aber das Erreichen war mehr als unsicher. Die Sonne strahlte und es wurde immer wärmer und immer wärmer. Die ersten Kilometer waren sehr schön und sehr easy. Ich begann mit einem Tempo von 4:50/km, welches ich ganz locker durchhielt. Die Strecke war mehr als flach - einfach genial und aber auch wunderschön.

Was mir von Anfang an auffiel, war die Begeisterung der Iren entlang der Strecke - es waren Tausende und sie jubelten uns Läufern stets zu! Das machte richtig Spaß. Und ein besonderes Lob geht an die Organisatoren des Laufs - alles war perfekt. Die Strecke war komplett mit KM-Marken ausgeschildert und man reichte den Läufern 0,25 Liter Flaschen an den Getränkestationen, anstatt diese "Becher-Kacke", wo man mehr als die Hälfte verschüttet. Das war super klasse.

Tja, und dann hatten wir plötzlich 26 Grad im Schatten, den man allerdings vergeblich suchte. Ich trank sehr viel Wasser - musste sogar 3 Mal anhalten - und versorgte mich mit meinen Schokoriegeln von Ovomaltine. Nach ca. 26 km kamen dann die ersten Steigungen - eigentlich dann wenn man sie nicht wirklich mehr braucht. Die Beine begannen zu krampfen und ich verlangsamte mein Tempo. Meine Kondition war jedoch top, absolut keinerlei Probleme, aber die Beine wurden schlimmer. Mein Gesamtschnitt stieg auf 5:00/km an.

Dann erholte ich mich aber und es freute mich, als ich wieder besser in Schwung kam. Tja, und dann nach 35 km machte mir die Strecke einen Strich durch die Rechnung. Wir liefen um eine Kurve und da war sie: Die 5 km lange Allee mit einem nicht unerheblichen stetigen Anstieg. So liefen wir nun in der prallen Sonne mit einem Gegenwind hinauf, ohne dass ich das Ende erkennen konnte...

Ich wurde wieder langsamer und meine Beine krampften wieder - so eine Kacke. Die letzten beiden Kilometer waren dann angenehm, aber an eine Beschleunigung des Tempos war nicht mehr zu denken, so dass ich nach 3:35:57 Stunden ins Ziel mit einem Gesamtschnitt von 5:06/km ankam.

Ich hatte mein selbstgestecktes Ziel nicht errreicht. Ich war allerdings 15 Minuten schneller als bei meinem schnellsten Marathon und ich war glücklich - sehr glücklich.

Natürlich könnte ich jetzt loslegen und mich fragen, ob ich es bei 16 Grad geschafft hätte oder ob ich in der Vorbereitungszeit ein Bier zu viel kippte - das werde ich aber nicht, denn an dem Tag war es so wie es war und ich liebe das Leben viel zu sehr als, dass ich auf alles andere verzichten würde. Tina war stolz auf mich - das spürte ich - und sie strahlte!  Xoán und Kostas strahlten und die Welt war in Ordnung. Der Lauf war Geschichte - die Feier und der Urlaub konnten kommen - und sie kamen auch - "Oh My Goodness Guinness..."

See You in Athens!