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Mountain West    Pacific West

1. Tag: Dienstag, 18. Mai 2004

Nach dem der Wecker meine Frau Tina und mich um 04.00 Uhr aus dem sanften Schlaf gerissen hatte, sind wir aufgestanden um uns für den Flug ins Land der unbegrenzten Möglichkeiten vorzubereiten. Pünktlich um 05.00 Uhr waren dann meine Schwiegereltern, Loni und Hermann, zur Stelle um uns zum Flughafen in Stuttgart zu fahren.

Dort das Gepäck abgegeben (eingecheckt), einen Kaffee und ein Croissant eingeworfen und noch ein gemeinsames Abschiedsfoto (Dank dem Selbstauslöser von Hermi’s Digital Camera).

Der Flug nach London war o. k. Dort in Heathrow angekommen, zunächst mit dem Bus den Terminal gewechselt (die Vorstellung von Tina auf der falschen Seite Auto zu fahren war grausam, hehe). Dort ein Guinness gesucht um den Urlaub ordnungsgemäß zu starten. Nix los um die Uhrzeit – Schade...

Dann ging’s richtig los – ab über den Grossen Teich (man, ist der Flieger groß!). Groß war die Jumbo schon, aber verdammt eng. Na ja,  irgendwie sind die 8 ½ Stunden doch vorüber gegangen und wir landeten in Chicagos O’Hare Airport. Alles in allem war’s ein Superflug!

Soweit so gut. Dann begann der besch***enste Tag unserer immerhin schon 4 Tage alten Ehe. Wir fuhren mit einem Shuttle Bus zum Car Rental. Es war empfindlich kalt. 10 Grad, windig – einfach kein so richtiges Urlaubswetter. Am Schalter sagte man mir, dass ein Fehler unterlaufen war und sie meine Buchung nicht finden könnten. Ah, wie beruhigend. Nach einer Stunde war es dann soweit. Ich sollte einfach auf den Parkplatz und ein Auto meiner Klasse mitnehmen – die Schlüssel steckten anscheinend. Leider war kein Auto da. Aber weitere zwei Menschen, die eins wollten! Es kommt eins – geil. Halt mal – da hat’s ja nur ein CD-Player drin. Also fragte ich die Dame am Parkplatz, ob es auch Autos mit Kassettendeck geben würde. Nicht wirklich – vielleicht eins. Es begann zu regnen und Autos kamen und gingen, aber ich wollte ja unbedingt eins mit Kassettendeck. Tina wurde langsam – falsch -  war genervt. Sollten meine endlosen Stunden, die ich verbracht hatte, um 10 Kassetten für unsere Route aufzunehmen, umsonst gewesen sein? Ja sie waren umsonst. Es gab einfach kein Auto mit einem einfachen Kassettendeck (Relikt meiner Vergangenheit).

Egal (nicht wirklich), los auf den Freeway. Durch Chicago – durch meinAmerica, wo ich doch schon mal war. 8 Spuren in eine Richtung, Hochhäuser (besser Skyscraper) für mich normal. Die Begeisterung meiner Tina war zu spüren und ersichtlich (Mensch mach deinen Mund zu, sonst verschluckst du noch Fliegen, hehe). So machten wir eine Rundfahrt. Wir wollten dann ein Motel, nix teures, einfach eine Übernachtungsmöglichkeit. In der Stadt wollten sie $ 140 plus $ 30 für Parkgebühren pro Tag!!! Ich sagte noch, Schneggl mach dich locker – es muss ja nicht in der Stadt sein. Es gibt Motels, die sind günstig.

Wir fanden eins, da stand an der Rezeption: No Prostitution – No Drugabuse. Das habe ich natürlich meiner Frau nicht gleich übersetzt. Erst nach der Besichtigung des Zimmers in welchem definitiv eine Prostituierte zuvor einen Joint geraucht hatte. War billig, leider zu billig. Die Suche endete nach 3 Stunden (Tina war platt, meine Blasen von der Hochzeit waren die Hölle) im Majestic Hotel. Flitterwochen Preis inkl. Frühstück schlappe $ 100 plus $ 17 Parkgebühren in einer Tiefgarage ca. 500 m weit weg. Na super, wenn das so weiter geht.

Ich habe mich gerichtet und Tina hat sich zum Aufwärmen ein kurzes Bad genehmigt. Danach zu Fuß zum Essen gelaufen. Nach einer kurzen Entscheidungs-Schwierigkeit, einen Mexikaner gefunden, cool. Bis nach ca. 10 Minuten als zwei Männer sich am Tisch gegenüber von unserem setzten. Einer davon quasselte ununterbrochen lautstark wie eine Frau. Wie es sich bei ihrem Gespräch herausstellte, war er eine Frau (oder vielleicht manchmal abwechselnd), hehe.

Auf dem Weg ins Hotel kauften wir dann noch einen Six Pack und einen JD. Der Abend sollte schließlich schöner werden... Was war, verlaufen, gegenseitig angekackt, gefroren (wir konnten ja nicht gleich am ersten Tag unseren einzigen Fleece Pulli anziehen, oder?), meine Blasen waren mehr als die Hölle. Wir fanden den Weg Heim – es war zudem wegen eines Baseballspiels der Teufel los. Kein Wort miteinander geredet – ab ins Bett, ohne alles – wie sollten die 5 Wochen eigentlich weitergehen? Ich dachte nach – über Tina und mich. Die Anspannung der letzten Wochen, die Hochzeitsvorbereitungen, das Ungewisse der USA und einen völlig unausstehlichen Ehemann, weil er etwas völlig anderes von America erwartet hatte. Tatsächlich war ich auch am Ende (Schmerzen) und es war wirklich nicht das America – das einfache und unkomplizierte Land, welches ich kannte und erwartete. Chicago war deutlich eine Nummer zu groß. Mit diesen Gedanken und trotzdem und vielleicht gerade deshalb mit einem riesigen Optimismus, kam ich zur Ruhe und Tina wohl auch – wir sind dann friedlich Arm in Arm eingeschlafen...

 

 

2. Tag: Mittwoch, 19. Mai 2004

Aufgewacht – fertig, aber verliebt. Frühstück im Hotel in einem Zimmer, welches wie ein riesiges Wohnzimmer im Kolonialstil eingerichtet war. Es gab Continental Frühstück. Gemeint ist ein Europäisches, wie bei uns. Gut und gemütlich. Noch mal ins Zimmer. Tina, wo ist deine Handtasche für die Fotos (Hermi’s Digital Camera und meine Alte)? Was für eine Handtasche? Ich habe gar keine dabei. Wie, du hast keine Handtasche dabei? Und wo willst du das ganze Zeug rein tun (mein Ton war schon wieder etwas streng – Kacke, dachte ich)? Entweder kaufe ich eine oder ich nehme halt deine Handgepäckstasche. So was blödes – mach was du willst. Mit einem Gedanken an den gestrigen Tag, versuchte ich mich wieder zu fangen. Die Situation konnte gerade noch gerettet werden. Das war das erste mal in unserem Urlaub, als ich merkte Tina ist keine normale Frau, sondern ein sehr sehr unkomplizierter Mensch.

Mit der S-Bahn in die Stadt, da es ja keine (bezahlbaren) Parkplätze gibt. Dort angekommen, zuerst mal (wie einer echter Touri eben) die Straßenkarte ausgepackt. Kaum geschehen, kam schon der erste Einheimische, der uns den Weg mit einer sehr angenehmen Freundlichkeit erklären wollte. Hoch auf den Hancock Center in den 93. Stock – woa ist das Hoch – ein Wahnsinnsblick über Chicago. Ein Hochhaus am anderen entlang der Magnificent Mile. Und siehe dort – ein Virgin-Megastore. Nix wie hin und mit 5 CDs wieder raus. Der Urlaub war gerettet, yeahhh!!! Anschließend durch einen Park. Tina hatte den Park mit Grand geschrieben, weshalb er ja bestimmt groß sein würde. Leider nicht Grand, sondern Grant (ein ehem. US Präsident). Leider ein kleiner Park, wobei die Hälfte derzeit eine Baustelle war.  Cool war, dass wir an Al Bundys Brunnen vorbeigingen, auch wenn er außer Betrieb war – Yes Maam! Was soll’s! Entlang dem Lake Michigan spaziert. Hochhäuser bis fast zum Ufer – unglaublich! Dann mit der so genannten „EL“ (Hochbahn in der Stadtmitte) über den Köpfen der Menschen hinweg. Der Searstower folgte – diesmal hoch in den 110. Stock!!!

Sightseeing macht hungrig – es war ja schon 6. Also ging’s in das weltberühmte Hard Rock Cafe. Spare Ribs vom Feinsten. Und durstig, so dass wir in Fado’s Irish Pub landeten. Ich hatte ein paar Guinness und Tina sogar auch zwei. Danach wollten wir zum Hotel. Nach einem 1 ½ Stunden Spaziergang, nahmen wir ein Taxi für den Rest des Weges – nicht nur weil wir müde waren, sondern auch weil die Gegend etwas dunkler wurde... „Zu Hause“ ab ins Bett – ein wunderschöner Tag ging zu Ende!

US Route 66 here we come...

 

 

3. Tag: Donnerstag, 20. Mai 2004

Die US Route 66 beginnt! Nach einem Frühstück im Majestic Hotel und dem Auschecken ging’s tatsächlich los. Von Downtown Chicago (auf, steig aus und mach ein Bild vom Schild!) quer durch Illinois. Endlich kam das Gefühl der US Route 66 auf. Man verlässt die große Stadt und fährt durch richtig gemütliche Kleinstädte. Es war alles sehr einfach zu finden, weil es an jeder Abzweigung ein Schild gab: „Historic Route 66“.

Doch dann: eine Baustelle. Wo ist das Schild? Beim zweiten Anlauf warenwir wieder richtig und irgendwann mittags in Funk’s Grove angekommen (eine Rast war sowieso notwendig geworden, hehe). Maple Sirup aus eigener Herstellung und eine sehr nette Frau. Wir mussten uns in ihr Gästebuch verewigen – es war irgendwie cool. Tina hatte vor dem Urlaub Kathy von dem Laden erzählt und Kathy hatte sich Maple Sirup gewünscht – sie hatten, entgegen unserem Reiseführer, massenhaft vorrätig, so dass das 1. Reisepräsent gekauft wurde (für uns haben wir nach einer Kostprobe natürlich auch eine Flasche eingepackt – man, war das lecker). Durstig waren wir auch, weshalb wir uns eine Flasche „Root 66 Beer“ gönnten. „Hat das Zeug Alkohol?“ fragte Tina. „Nein!“ antwortete ich. So tranken wir und Tinas Urteil fiel eher zurückhaltend aus: „Schmeckt wie Kaugummi!“. Na ja, mein Lieblingsgetränk wird’s wohl auch nicht werden. Wir fuhren weiter und aßen beim Cozy Dogs den weltberühmten (?) Hot Dog, der in einem Biskuitteig gebacken wird – mal was anderes (aber die bei IKEA sind mir lieber!).

Dann ging’s weiter und es war alles gelöst – bis kurz vor oder nach oder in St. Louis (wo waren wir eigentlich?). Laut dem Reiseführer sollte man nicht auf der Route 66 durch St. Louis, weil diese direkt durch Slums führt. Immer schön aufgepasst – oder doch nicht. In Missouri hat man das Geld für unsere Schilder eingespart und es war schwierig den Weg zu finden. Auf jeden Fall haben wir auf der Interstate eine Ausfahrt verpasst und wir waren plötzlich komplett an St. Louis vorbeigefahren – Kacke.

Doch dann eine Ausfahrt mit einem Straßennamen in unserem Reiseführer – jawohl wieder richtig. Richtig schon, aber genau da wo wir nicht hätten landen sollen. Es war 18.00 Uhr, die Sonne schien und es war trotzdem dunkler wie die schwärzeste Nacht. An jeder Ecke standen mehrere Menschen, deren Bekanntschaft ich nicht unbedingt machen wollte. An den Ampeln neben uns tiefer gelegte Cadis aus den 80er mit Schwarzen gold behangenen Fahrern. Oberkacke – in einem Land, wo Drive-By-Shootings an der Tagesordnung sind, war es mir mulmig. Ich hatte richtig Schiss – ich weiß nicht ob sich Tina der Situation bewusst war (ich glaube sie machte sich mehr Gedanken darüber, dass wir uns einfach verfahren hatten), aber zwei weiße Touristen waren hier deutlich fehl am Platz. An jeder roten Ampel den Fuß auf dem Gaspedal liegend, kamen wir durch. Das Gebiet wurde trostlos – Industrie. Egal, besser als die Slums... Dann endlich waren wir in der Stadtmitte angelangt

Auch hier kein Motel – also gar nicht lange rum gemacht. Ein Motel6 (eine Kette, die ich kannte und liebte, weil einfach billig und super) wurde gesucht und gefunden. Es war ja nicht weit von der Stadt. Genau gegenüber war das Bandanas. Ein geiles BBQ Restaurant. Danach auf dem Zimmer ein Paar Bier und todmüde eingeschlafen.

 

4. Tag: Freitag, 21. Mai 2004

Nach einer angenehmen Nacht waren wir voller Tatendrang St. Louis zu besichtigen. Also auf geht’s! Zuerst zu McDonalds zum Frühstücken. Ich dachte eigentlich an einen Egg McMuffin. Aber in Amerika ist eben auch McDonalds anders. Egg McMuffin normal, mit Sausages, mit... und was war denn das – ein McGriddle: Größe wie ein McMuffin, aber Pfannkuchenteig mit Ahornsirupstückchen drin. Belegt mit Speck, Käse (wie eigentlich ALLES in den USA) und Ei. Dazu ein Hashbrown (so ähnlich wie Kartoffelgratin, nur gepresst). Die Geschmacksnerven wurden auf die Probe gestellt. Und woa, war das geil, geiler, einfach am geilsten – ich wusste nun warum die meisten Amis so fett sind... Schließlich blieb es ja auch nicht bei einem.

Zunächst das Wahrzeichen der Stadt: Gateway Arch (passt nicht auf ein Foto, wenn man davor steht). Hoch hinauf in einem Aufzug in dem man nur sitzen konnte (wenn man das Genick einzog) – Klausteerphobie lässt grüßen. Für die schöne Aussicht hat’s sich dann doch gelohnt. Tina konnt noch einen echten amerikanischen Schulbus fotografieren – perfekt. Dann Union Station, ein zum Shopping Center umgebauter Bahnhof.

Ja, und obwohl das Bier wie Pippi schmeckt (nur nicht so kräftig, hehe), gingen wir zur größten Brauerei der Welt. Anheuser Busch Brewery – the Home of Budweiser – the King of Beers. Saget se hald… Die Besichtigung war interessant (wunderschöne Clydesdales und ein netter Dalmatiner) und zum Schluss gab’s Freibier. So und nun. Wir waren ja mit dem Auto unterwegs. Aber da Schneggl sich als Zweitfahrer hat eintragen lassen, erklärte sie sich freiwillig bereit, zu fahren. Cool, also gleich mal 2 Stück rein gezogen.

Danach besuchten wir den im Reiseführer angepriesenen Farmer’s Market und das St. Louis Centre. Beides Reinfälle, weil beim einen war nachmittags nix mehr los (ich dachte mir sowieso, wen interessiert eigentlich Obst und Gemüse, wenn man eh Essen gehen muss?) und im Centre waren so gut wie alle Läden geschlossen – für immer...

Also zurück zum Union Station. Dort in eine Micro-Brewery (wo die Amis versuchen ihr Bier selber zu brauen), um noch ein Bier zu trinken. Und zwar in die Route 66 Brewery – cool, deshalb waren wir doch nach Amerika gekommen. Tina war hippelig – er macht es wahr: ich muss nach Hause fahren! Danach Essen im geilen Fischrestaurant – Schrimps und Lachs vom Feinsten, allerdings zu schnell hintereinander serviert. Keine Zeit zum Genießen; schade, aber trotzdem geniales Essen. Habe noch ein Bier getrunken, so dass es keinerlei Möglichkeit für mich zum Fahren mehr gab (könna scho – aber nicht dürfa). Ich dachte mir (unabhängig davon, dass ich immer Durst habe): wenn sie nicht muss, dann wird sie nie fahren!!!

Sodele, los ging’s. Auf die teilweise 8-spurige Interstate 44, welche immer wieder andere kreuzt und das noch während Rushhour. Die Anfangsnervosität war wie weggeblasen und es lief wie am Schnürchen. Ich war richtig Stolz, als wir zu Hause waren und Tina auch. Wer denkt, dass war ’ne Kleinigkeit, so ein bisschen auf der amerikanischen Autobahn zu fahren, der kann es nicht beurteilen, außer er wäre selbst durch einen solchen Großstadtdschungel mal gefahren. Ausfahrten, z.B. zu erreichen sind sehr schwierig, weil es kein Rechtsfahrgebot gibt. Die Trucks fahren dort am schnellsten von allen (und zwar nach dem Motto: ich groß – du klein), links vorbei, rechts vorbei.

Zu Hause – halt mal, zuvor wir waren noch an der Tanke, um Zigarren zu kaufen - gab’s dann ein paar Bier, J.D. on the Rocks und eben eine Zigarre. Und das einfach vor dem Motel auf dem Bordstein sitzend – man war das ein schöner Abend. Tina konnte relaxen und war endlich für den Urlaub bereit und ich war wieder in meinem Amerika. Zumindest spätestens nach dem ich einfach mit meinem Eiseimer zum  Raum neben der Rezeption gehen konnte, um diesen mit Eiswürfel zu füllen. Das Bier bleibt kalt und Jack on the Rocks wird halt erst dadurch zu Jack on the Rocks.

Kick Ass, Baby – und hicks!!!

 

 

5. Tag: Samstag, 22. Mai 2004

Tina aufgewacht und ultra hippelig. Es ging ja heute nach Branson – die heimliche Country Hochburg der USA und zuvor noch in die Meramec Caverns,  auf die ich gar keinen Bock hatte. Sehr zügig losgefahren und schon um 09.00 Uhr in Stanton gewesen. Rein in die Höhlen und auf zur Besichtigung. Viel Laber und schöne Tropfsteine (aber jedoch ca. 1.000.000.000 Schulklassen). Doch dann die USA wie eben nur die USA sein kann (bin ich etwa schon in Las Vegas?). Man wurde zur größten Höhle geführt und dort waren wie in einem Amphitheater Stühle angereiht. Zunächst war ja alles o. k.. Die Tropfsteine wurden mit weißem Licht angestrahlt . Eine Geschichte über einen Präsidenten, der hier eine Rede gehalten hatte. Hiernach wurde God Bless America über einen Lautsprecher gespielt. Die Tropfsteine wurden in Diskomanier bunt (?) angestrahlt und zum Schluss wurde der Star Spangled Banner auf die Wand projiziert.  Tina war schockiert und ich amüsiert. Schnell raus, schnell weg und nie wieder Höhlen in Amerika (Gottseihdank, dachte ich und schmunzelte dabei).

Weiter auf der US Route 66. Ohne Schilder, mit, ohne, einfach verwirrend. Es war sehr sehr anstrengend. Verfahren und noch mal verfahren – Sch**ße. Egal wir hatten ja unser Ziel – Country Music in einem coolen Saloon. Endlich in Branson angekommen, hungrig und durstig, wo war der Saloon? Die Frauen am Touri-Schalter stauten nicht schlecht. You gotta visit the Shows – no saloons in this town. Im Motel6 sagte die Dame an der Rezeption, es gäbe ein Steakhouse mit Live Musik. Steak war eh auf dem Speiseplan, also nix wie hin. Als wir rein kamen hatte die Band gerade Pause. Ein Porterhouse Steak bestellt und ein Bier (ich bin im Urlaub). Junge war das geil – das Beste Steak meines jungen (Schnauze) Lebens. Dann kam die Band. Eh, da ist ja nur einer. Ein alter ausrangierter Cowboy (mit dem wohl keine Band mehr spielen wollte), der zu Playbackmelodien, welche er selbst einlegen musste, gesungen hat. Junge, war der schlecht – er hat uns fast das Steak verdorben – raus hier.

Ungläubig wie wir waren, unternahmen wir eine 7 km lange Suche nach einer Bar bzw. einem Saloon. Nix, nada. Wie sollte es in dieser Stadt weitergehen – ich hatte ja schließlich gleich für zwei Nächte im Motel6 gebucht? Genervt eingepennt. Tina hatte ein wenig Heimweh (ich denke auch aufgrund der beschissenen Stadt)

 

6. Tag: Sonntag, 23. Mai 2004

Branson sollte am Sonntag genauso weitergehen. Wir wollten Laufen gehen, weil wenn schon sonst nix für uns, dann wenigstens ein wenig Sport. Zunächst Frühstück, weil ich nicht ohne Joggen kann. Auf zu Subway (kannten wir schon von Chicago), um dort ein geiles Sandwich mit nur 5 Gramm fett zu verzehren. Super, einen gefunden, der aber noch zu hatte. Walmarts (Supermarkt) aufgesucht, der aber keine Wurst hatte, weil er kein Supercenter war. Also gut, dann halt Bagels mit Peanutbutter auf dem Zimmer. Peanutbutter ist ja schon trocken, aber die Bagels – igitt, die waren auch noch mit Zwiebeln drin – sehr passend. Egal danach losgelaufen und alles gegeben. Man war das Schwül, aber wir haben es geschafft, unsere 7 km lange Suchstrecke vom Vorabend durchzustehen (ich bin sie noch mit dem Auto abgefahren, weshalb ich wusste, dass es 7 km waren – falls einer fragt!).

Zur Erholung gingen wir in den Motel Pool schwimmen. Wir waren beideunruhig – ich wollte weg, hätte aber Tina nie gefragt (ich wollte ja, dass sie sich von der langen Fahrt gestern ausspannen konnte). Es war sehr windig und einfach ungemütlich. Tina schaute auf die Uhr und sagte jedoch nichts. Es war 11.45 Uhr und ich fragte sie was los sei. Ich fühle mich hier unwohl und eigentlich möchte ich keinen Urlaubstag so verschwenden. Punkt – sie wartete wohl was ich sagen würde. Na, was habe ich wohl gesagt? Ich springe kurz zur Rezeption und frage, ob wir noch auschecken können und das bereits bezahlte Geld zurückerstattet bekommen könnten. Gesagt – getan.

Um 12.15 Uhr saßen wir in unserem Dodge Stratus Richtung Norden – zurück zu unserer US Route 66. Eine geile Frau, dachte ich mir und war einfach glücklich. Auf dem Weg aßen wir bei KFC in Joplin und wussten beide nicht, wie weit wir eigentlich fahren wollten. Endlich aus Missouri, ab nach Kansas, wo die Route nur 20 km den Bundesstaat durchquert. Aber die 13 Meilen hatten es in sich – Nostalgie pur: alte Strassen mit Rissen und eine schöne Brücke – wir waren zurück in der Vergangenheit – ein sehr schönes Gefühl.

Dann kam schon unser vierter Bundesstaat: Oklahoma. Wer hier einen Tankstellenbetrug begeht, kann seinen Führerschein verlieren – richtig so! Immer weiter und weiter und plötzlich nach dem wir durch eine Strasse, welche bei uns gerade mal als Feldweg benützt werden würde, durchgefahren waren, wollten wir nun irgendwo übernachten. Es kam aber nix rechts, also durchgehalten und zwar bis Tulsa. Von der Stadt nichts gesehen – egal. An unserem Motel6 war ein Truckstop. Woa, das war cool. Millionen von Lkw, einer schöner als der andere und sogar einer der auf einem Masten in ca. 20 Metern Höhe als Werbung hing. Neben dem Motel war ein Burgerladen: Carl’s JR. Unbekannt. Rein und die besten Burger der Welt gegessen. Tina einen Westernburger, mit allem und sogar noch mit Zwiebelringe drauf. Dazu Chili-Cheese-Fries (Pommes mit Käse und Chili Con Carne). Ich einen Double Six Dollar Burger, der aus zwei Scheiben Rinderhackfleisch, die zusammen 1 Pfund wogen, bestand.  Den Abend völlig zufrieden vor dem Motel auf unseren Stühlen puffender Weise verbracht. Es fing an zu regnen, aber wir hatten ja eine Überdachung (wenn Engel reisen...).

 

7. Tag: Montag, 24. Mai 2004

Auf der Fahrt nach Oklahoma City im Rock Café in Stroud gefrühstückt. Wurde ja schließlich vom Reiseführer empfohlen – und es war echt urig und das Essen (Eier mit Speck und Pancakes) war echt gut. Deutsche Biker getroffen – einer war aus Tübingen. Die wollten die US Route 66 in 17 Tagen fahren. Meine Frage wie sie es schafften, sich nicht zu verfahren, so ohne Navigator, wurde schnell beantwortet. Auf den Scheiben ihrer Harleys waren eine Unmenge an Spickzettel geklebt – Ideen muss man haben. Auf dem Weg noch ein paar Büffel in einem Gehege gesehen. Tina wollte sie photographieren – aber nur aus einem gebührenden Abstand, hehe...

Mittags um 13.00 Uhr im Motel6 in Oklahoma City eingecheckt und gleich über der Strasse beim Western Store Shepler’s reingeschaut. Ich drei Jeans (Cowboys wear Wrangler’s) und Tina einen coolen Cowgirlhut gekauft. Danach an den Motelpool – man, war das heiß. Habe mir beim Gehen fast die nackten Füße verbrannt. Tina planschte und ich fand es notwendig 1000 m zu schwimmen (zum Beruhigen meines Gewissens).

Die Lage abgecheckt und mit dem Taxi in die Stadt, weil wir ja schließlich beide im Urlaub waren. Ab nach Bricktown, der Ort in OKC zum Weggehen. Bei Chelino’s, einem guten Mexikaner, gegessen. Ein Tequilla vielleicht. Hmh, der war gut. Der Kellner hat’s mir angesehen und fragte gleich, ob wir noch einen wollten. So schnell war noch kein Schnaps da. Bei der Rechnung war auch klar warum. Die 4 Tequilla waren genauso teuer wie das komplette Essen für uns beide – so ein freundlicher Arsch!!! Danach ging’s wieder in eine Micro-Brewery – habe ich etwa Spülwasser bestellt oder was?

 

 

Auf zur Nächsten: Tapwerks Ale House (108 Biere vom Fass – haha). Ich habe mich durch die Welt getrunken und Tina verliebte sich in Haselnuss Bier. Bekanntschaft mit einem nach Amerika ausgewanderten Bulgaren gemacht, der sich sehr bemühte für uns ein Internet-Cafe zu finden. Und von dem ich bulgarische Fluppen schnorrte. Betrunkener Weise ging’s dann mit dem Taxi Heim. Ich glaube wir sind dann ins Bett – nein, halt nicht gleich, der neue Hut musste doch noch fotografiert werden...

 

8. Tag: Dienstag, 25. Mai 2004

Wir sind beide mit einem jenseits dicken Kopf aufgewacht, aua!!! Also sind wir zum ersten mal zum IHOP (International House of Pancakes) zum frühstücken. Es sollte nicht das letzte mal sein. Es war genial Spiegeleier, Speck, Toast und Pancakes mit Maple Sirup. Tina hat sich natürlich was Besseres gegönnt: Rühreier mit Käse, French Toast, Sausages, Speck und Pancakes. Man, war das lecker – und vor allem notwendig. Und nicht zu vergessen, obwohl es sich um eine Kette handelt, wurden wir von einer sehr netten älteren Kellnerin „bemuttert“.   

Danach konnten wir gestärkt und wieder relativ fit unseren ersten Programmpunkt ansteuern: die weltgrößten Stockyards in Oklahoma City. Um 09.00 Uhr angekommen war es irgendwie leer auf einem riesigen Gelände mit Hallen und vorbeifahrenden Lkw. Komisch – ein paar Runden gedreht und dann einen erhöhten Laufsteg entdeckt. Geparkt und auf diesen gelaufen. Cool, 1 Million Kühe und Rinder und Cowboys, die Viecher einzeln in die Auktionshalle trieben. Genau die Halle war unser eigentliches Ziel.

Man läuft rein und steht oben in einem Vorraum und schaut auf eineTribüne. Von der Tribüne aus schaut man nach unten, wo in der Mitte ein großer Schreibtisch steht. An diesem Tisch sitzen drei Personen. Der Auktionär sitzt in der Mitte und redet in einer seltsamen Sprache und zwar so schnell wie ein Chinese auf der Flucht (genauso verständlich!). Vor ihm ist links und rechts jeweils ein Tor angebracht, aus der die zu versteigernden Rinder dem Publikumvorgeführt werden. So eine Auktion dauert immerhin bestimmt 1 Minute.

Große,kleine, ganze Herden, egal - alles wird versteigert. Als Laien wissen wir natürlich nicht warum der kleine Mickrige ca. $ 800 mehr einbringt wie ein Großer - aber was soll’s. Das Publikum besteht aus Männer, echte Cowboys, nicht aus Hollywood oder so. Einfache Männer bei denen es um ihre Existenz geht. Cowboyhüte, verschmutzte Wranglers, Stiefel, an denen echter Dreck klebt. Einen Kaffee in der einen Hand und mit der anderen gibt man dem Auktionär seltsame Zeichen, die wir zunächst gar nicht erst wahrnehmen. Tina zeigt sie mir – ich bin immer irgendwie einen Blick hinterher. Wir brechen auf und schauen uns nochmals die Viecher draußen eine zeitlang an. Tina könnte zwar den ganzen Tag verharren, aber wir (ich) wollen weiter...

Das Cowboy & Western Heritage Museum. Kunst (Bilder, Skulpturen,Nachbauten) und alles was so mit dem wilden Westen zu tun hat. Sehr schön – für ein Museum, hehe.

Dann fuhren wir zum Memorial, welches nach dem Bomben Attentat errichtet worden war. Unsere Kater waren langsam weg und der Anblick dieses Ortes wog schwer. 256 Stühle – große für Erwachsene; kleine für Kinder – wurden aufgestellt. Zwei Mauern – auf der linken stand 09.01 Uhr; auf der rechten 09.03 Uhr, „umrahmten“ das Memorial. Die Uhrzeiten waren symbolisch für „davor“ und „danach“. Zwischen diesen Mauern, war eine Marmorfläche auf der eine dünne Schicht Wasser floss, so dass man sein eigenes Gesicht darin sehen konnte. Ein stiller Ort zum Nachdenken – Nachdenken über die Sinnlosigkeit von Terroranschlägen. Hass gegenüber denen, die das angerichtet hatten, verspürte ich nicht – es war nur traurig. Man fühlte sich so sehr hilflos...

Downtown war langweilig, bis auf ein paar Kunstviecher, die von Tina mittels Hermi’s Digi festgehalten wurden. Zurück zum Stadtteil der Stockyards, wo Tina ihr Cowgirl-Outfit komplettierte: Cowboystiefel wurden gekauft. Man hat sie sich gefreut – geil. Für mich gab’s nix.Penn Square Mall wurde besichtigt. Eine Shopping Mall, der nicht unbedingt mit unserem Geldbeutel in Einklang zu bringen war – aber endlich ein PC zum Email schreiben. Also hatte sich der Laden doch noch gelohnt.

Weil’s so schön war gingen wir wieder zurück, um im Cattlemen’s Steakhouse zu essen. Draußen sah der Laden echt mies aus – innen war er sehr gemütlich und Tina bekam ihr „Bestes Steak der Welt“ serviert. Anschließend fuhren wir zum Motel6, wo wir uns von der letzten Nacht und dem heutigen Tag erholten.

 

 

9. Tag: Mittwoch, 26. Mai 2004

Topfit aufgewacht und ohne Frühstück losgedüst – wir wollten eine Mahlzeit am Tag einsparen. Gefahren und gefahren. Die US Route 66 fuhr entlang der Interstate 40 und war ziemlich langweilig.  Ohne Essen im Magen wurde ich langsam aber sicher schwach und genervt, so dass wir in Weatherford uns einen McGriddle reingehauen haben. Haha, wir waren doch nicht zum Sparen hier oder was, also gleich noch einen oben drauf. Gut gelaunt ging’s dann weiter in Richtung Texas, unserem 5. Bundesstaat – mein Lieblingsbundesstaat. An der Stateline noch ein paar Fotos gemacht und mittags in Amarillo angekommen. Cadillac Ranch besichtigt – 10 zur Hälfte in den Boden eingegrabene (und mittlerweile voller Graffiti) Cadillacs, verschiedener Baujahre – amerikanisch nett.

Da ich schon mal in Amarillo war, wollte ich wieder in einen Club gehen, der echt cool war. Oli und ich hatten damals riesigen Spaß. Wir fanden das Motel6, welches in Fußnähe des Club 26 war. Wir checkten ein und schwammen im Pool – ich musste mir wieder die 1000 geben. Anschließend zu Fuß los, ab zu Hummer’s Sportsbar, wo ich mir endlich Buffalo Wings gegönnt habe und zwar 2 Portionen (soviel zum Schwimm-Bonus). Noch etwas getrunken und ab zum Club 26.

 

 

Von außen schön verratzt und ohne jegliche Fenster – eine Local-Bar eben. Ich weiß Tina wäre ohne mich niemals da rein. Drinnen war’s gelöst, total leer, bis auf eine paar Suffis an der Bar. Wir tranken Bier und zur Verdauung einen Jack (man war das Essen fettig, hehe) und qualmten noch ’ne Zigarre.  Es wurde immer noch nicht voller. Wir entdeckten Billard Tische. Tina, die noch nie (!) gespielt hatte, sollte es wagen. Nach einer kurzen Einweisung vom Billardprofi schlechthin (mehr schlecht, als hin), ging’s ab. Ein Spiel nach dem anderen. Da Spielen durstig macht, gab’s auch ein Bier nach dem anderen. Der Laden wurde immer noch nicht voller – aber wir (man ist Urlaub geil). Ich wurde unterrichtet, dass das Bier bis 22 Uhr $ 1,50 kostet (zuvor waren’s $ 1,25). Danach würde es $ 1,00 kosten – eine Local-Bar eben. Der Laden blieb leer und wir hockten uns irgendwann an die Theke. Die Suffis vom Anfang waren schon längst weg – diese wurden mittlerweile durch andere Suffis ersetzt (u. a. uns, hehe). Nach dem es uns völlig verspult hatte, gingen wir nach Hause. Tina führte und ich war (bin ich immer noch) der Meinung, dass wir einen Umweg machten. Egal – gute Nacht!

10. Tag: Donnerstag, 27. Mai 2004

Sodom und Gommorah – l**k mich am A*sch. Tod und Teufel – ging’s uns schlecht. Irgendwie los – zuerst mal zu Starbuck’s Coffee um einen riesigen mega starken schwarzen Kaffee einzuwerfen. Hierzu irgendwelches süßes Gebäck. Ich wollte immer noch sterben. Tina fragte mich was wir eigentlich heute tun würden. Also, es war ja klar – wir würden in den Palo Duro Canyon gehen, um diesen zu besichtigen, aber wie? Schneggl, keine Ahnung – jetzt fahren wir einfach mal los.

Im Canyon angekommen war gleich eine Ranch mit Pferden. Ich dachte mir lieber fertig auf einem Gaul rumhoppeln, als einen auf Wandersmann zu machen. Tina war begeistert und nach dem wir beim Chef, der sein Beatmungsgerät mit sich durch die Gegend schob, bezahlt hatten (Cash, son), gingen wir mit seinem Sohn und Tochter (oder auch nicht) ab in den Canyon. Wir sagten, dass wir reiten könnten und dürften so auch mal galoppieren. Das war geil und ließ uns unsere Köpfe vergessen. Nach 1 ½ Stunden war’s rum – echt schön. Ein Mustang ist echt ein schlankes Teil, wenn man so an unsere Riesen denkt. Fotos noch gemacht, nach dem Tina gar keine Kamera und ich eine mit einem vollen Film mit auf dem Ritt hatten (denken ist an manchen Tagen eindeutig schwerer als an anderen).

Tina war wach und wollte mehr. Mir ging’s auch besser, so dass wir dochnoch 2 Stunden durch den Canyon wanderten. Sehr schöne Landschaft.

Ab nach Amarillo, weil’s dann doch genug war. Wir aßen in einer riesigen roten Scheune: The Country Barn. Sehr gegensätzlich – das Lokal war voll auf Westernstil gemacht, die Toiletten auf Schicki Micki. Völlig verspiegelt, Marmorhähne und Eiswürfel in den Urinalen (die spinnen doch!!!). Geräucherte Spareribs – sehr gut, aber auch gewöhnungsbedürftig. Zum Motel6 und ab ins Bett – der Akku war leer – tot, nix, nada.

 

 

11. Tag: Freitag, 28. Mai 2004

Frisch und Fidel aufgewacht. Beim Subway ein Sandwich eingeworfen und mehr oder weniger auf der Interstate 40 (US Route 66 verlief daneben) bis Santa Rosa in New Mexico (schon der 6.) gefahren,  um das Blue Hole zu besichtigen. Es war uns empfohlen worden. Zunächst nix gefunden und dann... Hahaha – ich war beim Anblick schon sehr aufgeregt – konnte mich aber wieder beruhigen –auch wenn’s mir schwer fiel. Na ja, kann ja nicht alles interessant sein. Ach so ja, es handelte sich um eine Quelle in der Taucher tauchen (was sonst?), so was wie der Blautopf (zum Verständnis für Euch Schwaben).

Weg hier und ab nach Santa Fe, weil die US Route 66 vor 1937 diesen Umweg machte, anstatt direkt nach Gallup zu fahren. Eine sehr mexikanisch geprägte Stadt. Es war sehr sehr heiß – mal wieder. Zunächst in der Stadt fahrender Weise herumgeirrt – bei KFC Chicken gegönnt –finger lickin’ good! Im Motel6 ausgeruht und anschließend im Applebee’s wieder mal Spareribs gegessen. Die waren zwar nicht geräuchert, die waren einfach schlecht, würg (bist du Schwein, oder was?).

Direkt neben unserem Motel war auch wieder so ein dunkler Schuppen, Namens Rodeo Nites – cool. Also ab in den Saloon.  Es war noch relativ früh und der Laden war leer. Wir saßen an die Bar und ich wollte mit einem Reisescheck bezahlen. We don’t accept Checks! Ich habe der Kellnerin erklärt, dass es sich nicht um einen Personal Check handelt, sondern um einen American Express Check. Was, huh, kenne ich nix. Also Kacke, was nun. Das Bargeld war aufgebraucht. Ein Mann an der Bar unterstützte mich und so wurde beim Chef zu Hause angerufen. Letztendlich wurde der Scheck eingetauscht – perfekt. Mit dem Herren und der Kellnerin ein wenig palavert. Die Alte war so Strickdumm. Sie wollte unbedingt mal nach Europa. Ihr größtes Ziel war es nach Amsterdam zu gehen um „sich das Hirn rauszublasen“. Egal, mit dem Typ noch ein wenig Kultur ausgetauscht – ich lud ihn auf einen Ardbeg ein (woa, osum) und er uns auf einen leckeren Tequilla. Die Band kam und spielte gelöst auf. Die mittlerweile erschienenen Cowboys schoben ihre Mädels im Two Step übers  Parkett – wenn auch der eine oder andere wie ein Depp aussah (Flip Flops, kurze Hosen, aber einen Cowboyhut auf – Ami eben). Wir hatten unseren Spaß beim Zuschauen und gingen irgendwann belustigt zum Schlafen.

 

12. Tag: Samstag, 29. Mai 2004

Endlich mal wieder joggen. Es war sack heiß und es ging entlang der Straße über Millionen von Ampeln, aber es war notwendig. Wir waren danach auf jeden Fall zufrieden. Also konnten wir ja gelöst zum IHOP zum frühstücken gehen. Diesmal sollte es ein wenig anders werden. Wir mussten zunächst auf einen Sitzplatz warten und wurden anschließend von einem Trottel bedient. Er vergaß teilweise was wir bestellt hatten und brachte Tina’s Rühreier ohne Käse – ich schaute Tina an und musste sofort an genetztes Brot denken - aber das ist eine andere Geschichte, hehe... Zu dem war er langsam und unfreundlich – einfach überfordert. So verließen wir den IHOP und hatte mir das Trinkgeld so gut wie gespart

Wir wussten nicht so recht was wir mit dem Tag anfangen sollten undfuhren einfach Richtung Norden zu den Bergen bei Espangola bis Taos – eine sehr schöne Landschaft – Berg rauf Berg runter – ganz nett, aber nicht wirklich eine Notwendigkeit. Mittags gab’s dann ein Riesensofteis bei Dairy Queen. Bei der Hitze war es genau das Richtige – auch wenn uns schier schlecht wurde. Auf dem Weg nach Santa Fe waren immer wieder Pueblos angeschrieben. Diese waren auch im Reiseführer als Sehenswert angepriesen. Es handelte sich um abgerundete Lehmhäuser in denen Mexikaner wohnen – woa, die waren fast zu viel für mich – ich hatte einen Kulturschock. Ich hoffte Tina würde es auch reichen – und welch Glück es reichte ihr!!!

 

 

Zurück in Santa Fe machten wir eine Stadtbesichtigung, die uns auch nicht so sehr begeisterte. Der Schein trügt  - wäre der passende Spruch. Schöne Gassen und Häuser, aber alles voller Touris und überteuerten Läden. Also ging’s zum Essen. Passend zum Tag war der Mexikaner angesagt. Bei Little Anita’s sollte Tina ihr wahrscheinlich bislang schärfste Essen bekommen und auch fast ganz wirklich essen. Meins war auch so scharf, dass ich es nicht ganz packte, obwohl ich ja Tabasco fast trinken könnte.

So gingen wir nach Hause. Das Motel6 war mittlerweile fast wie ein zu Hause für uns. Jedes der Motels hatte die gleiche Bettwäsche, Handtücher, Vorhänge – einfach alles. Wir ließen den Abend ausklingen – das Bier wurde wie so oft im Waschbecken (gell, du musst jetzt nicht mehr deine Hände waschen oder dich abschminken oder so was?) kalt gestellt. Ich bereitete einen Zeitplan für die Canyons, die wir besichtigen wollten, vor. Tina war einverstanden und so buchte ich schon mal ein paar Motel6 für unsere folgenden Outdoor Adventures. Mit Vorfreude darauf, schliefen wir ein.

 

13. Tag: Sonntag, 30. Mai 2004

Wir kauften uns Wurst und Brötchen bei Walmart – es war ja ein Supercenter, hehe. So fuhren wir völlig gesund ernährt nach Gallup. Die US Route 66 fuhr zunächst auf der I 25. Es folgte wieder ein kleiner Umweg in Richtung Süden, der es nicht so wirklich in sich hatte. Egal, danach ging es entweder entlang oder auf der I 40, so dass die Fahrerei für mich sehr einfach war. Es kam aber leider kein richtig nostalgisches Route-Feeling auf,  wobei die Landschaft sich sehr veränderte. Keine Wiesen oder Bäume mehr, sondern karge Berglandschaften, wie in einem Western - cool. Mittags in Gallup gab’s dann Burger King. Im Motel6 angekommen, wussten wir mal wieder nicht so recht was tun. So gingen wir mit unsere vollen Ranzen joggen. Ich hätte schier gek*tzt.

 

 

Da in America die Bequemlichkeit immer und überall zu spüren ist, konnte Tina im Motel6 eigenen Waschsalon unsere verschwitzte Wäsche waschen und gleich trocknen – genial, denn wer hat schon Sachen für über 5 Wochen? Das Abendessen holten wir wieder bei einem Walmart ähnlichen Supermarkt. Schrimps und sonstige Fischteile mit leckeren Saucen. In dem Laden erlebten wir mal wieder ein amerikanisches Novum. Es war ja Sonntag. Das ganze Bier im Laden war mit einem rot-weißen Absperrband abgesperrt. Was war denn das? Ein Angestellter teilte uns mit, das es am Sonntag verboten ist Alkohol zu verkaufen – so ’ne Kacke. Also mussten wir noch zur Tanke, weil Bier einfach gut zu Fisch passt (und eigentlich zu allem anderen auch!) Das Essen war richtig geil, aber a bißle fettig, hehe. Wir machten es uns deshalb wieder vor unserem Motelzimmer gemütlich und schliefen irgendwann selig ein (aber im Bett und nicht vor dem Motelzimmer, ihr Dackel!), denn morgen sollte es nun wirklich soweit sein...

 

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