Mweka Gate 1700 m

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18. Januar 2007

Gehzeit 2:10 Stunden / Höhenmeter 3100 - 1700 m / Temperatur morgens 3 Grad, vormittags 20 Grad / Kein Regen, Nebel, Schnee, Eis oder Hagel

Gottseihdank raus aus dem Zelt - für IMMER und EWIG - hoffe ich...

Zum Frühstück gab es nur noch liebevoll zubereiteten Buttertoast und Kaffee.

Nach dem Frühstück übergaben wir der Crew von uns nicht mehr benötigte Funktionswäsche und Pulli - man haben die sich gefreut! Anschließend gaben wir unserem Guide den Tipp für alle - der sollte diesen unter der Crew ordentlich aufteilen. Jeder war mit dieser Vorgehensweise einverstanden.

Heute schon um 07.30 Uhr Richtung Mweka Gate losgegangen, um eventuelle Schlangen vor der Ausgabe des Zertifikates über die Besteigung zuvor zu kommen. Deusi sagte mir, dass ich heute der Guide wäre und vorausgehen sollte.

 

 

So gingen wir durch den Dschungel und auf dem Weg nach unten kamen uns am Anfang immer in kleineren Gruppen Einheimische entgegen. Alle trugen sie einen ca. 4 Meter langen Balken auf dem Kopf - egal, ob klein, groß, jung oder alt. Es war echt der Hammer, weil es bestimmt irgendwann bis an die 150 Menschen waren, die so an uns vorbeigegangen waren. So fiel mir die nicht fertigstellte Hütte am letzten Camp wieder ein. Brutal - was für eine harte Arbeit, aber mit einem Lkw wäre man nicht den Berg hochgekommen. Das schöne an diesen Menschen war, dass sie alle lachten und uns zurückgrüßten. "Jambo, habari?" "Nzuri!" "Pori, pori" - Glückwunsch (zum Aufstieg)! "Asante". Und so gingen wir weiter.

War meine Tina beim Aufstieg wie eine Gazelle unterwegs, so war sie beim Abstieg etwas unvorsichtiger - zunächst kam im Bergwald das Knie dran, was nicht besonders schlimm war. Schlimm war eher, dass sie nach dem Benutzen einer richtigen Toilette beim Mweka Gate, so dermaßen auf den Fliesen ausgerutscht war, dass ihr kompletter Unterarm zu einer Kugel angeschwollen war und sie auf ihrem wunderschönen Allerwertesten einen blauen Fleck bekam, der fast Guinness-Buch reif war.

Am Mweka Gate, welches wir an diesem Morgen als Erste erreichten (gib mir Luft und i gib dir schnell), wurden uns nach unzähligen Unterschriften unsere Zertifikate überreicht. Danach folgte eine Höllenfahrt zurück zum Hotel, denn wie der Fahrer uns später sagte, hatte er noch einen weiteren dringenden Fahrauftrag vor sich. Hierbei konnten wir auch die Agilität der Kinder und älteren Tanzanier beobachten - ich habe selten Menschen sooo schnell zur Seite springen gesehen. Na ja, der Fahrer hat ja schließlich immer rechtzeitig gehupt...

Im Hotel angekommen haben wir kurz ausgepackt, kurz kalt (der Boiler war ausgeschaltet...) geduscht und ab 12.00 Uhr die erfolgreiche Besteigung begossen! Es war echt klasse. Wir hatten Spaß mit den Kellnern und gingen relativ früh aufs Zimmer, denn wir waren müde (?). Dort noch einen Whiskey getrunken - und zwar ohne zu reden, denn das ging ja nicht mehr so gut...

Eine Stunde gepennt bis das Telefon klingelte. Udo, geh mal ran! Will nit, kann nit! Dann folgte geklopfe an der Tür. Udo, mach was! Will nit, kann nit! We're sleeping - go away! Also, ließ man uns in Ruhe - Tina war natürlich sehr sehr aufgeregt - ich habe einfach weitergepennt!

 

19. Januar 2007

Am nächsten Morgen ging ich zur Rezeption und fragte was los war - Alles ok! Ok, dann eben gut! Wir verbrachten den Tag mit packen und am Pool, wo wir ein älteres deutsches Ehepaar kennenlernten. Sie wären gestern nach ihrem Besteigungsversuch spät abends im Hotel angekommen. In ihrem Zimmer funktionierte der Strom nicht, so dass sie bei der Rezeption nachfragten, was los war. Ein Mann hatte versucht sein Handy-Akku zu laden und hierbei war die Sicherung rausgeflogen. Im Zimmer, in dem unglücklicher Weise der Hauptsicherungskasten war, konnte man nicht rein, da die darin befindlichen Personen ihre Tür nicht öffneten. So musste das ältere Ehepaar in ein anderes Gebäude umziehen. Die Personen, die nicht öffneten, waren wir - aber wer zum Teufel bringt auch einen Hauptsicherungskasten für das komplette Gebäude in einem Gästezimmer an! Man, was haben wir gelacht!

Die Fahrt zum Flughafen war sehr eindrucksvoll - es war der gleiche Taxifahrer, der uns auch abgeholt hatte. Der Kili zeigte sich noch mal und wir waren irgendwie traurig gehen zu müssen. In Gedanken ging die Reise an uns vorbei.

Es war ein unvergessliches Erlebnis, welches Tina und mich noch mehr zusammengeschweißt hat...

 

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